Der vor uns liegende Weg ist noch lang und von Hindernissen und Minen geprägt. Das Ende ist noch blockiert und was dahinter liegt, bleibt unbekannt – das, was nach Belagerung, Revolution und Krieg kommt. (…) Gesegnet sind die, die jene Hindernisse schließlich überwinden.
Friedenszitate
Seit September 2005 stellt das Frauennetzwerk für Frieden hier jeden Monat ein Friedenszitat ein. Auf diese Weise wollen wir sowohl Menschen, die sich für Frieden einsetzen oder eingesetzt haben, eine Stimme verleihen, als auch Euch zum Nachdenken anregen, inspirieren und ermutigen.
Februar 2025
Heute, in dieser schwierigen Zeit, in der so Vieles, was bisher selbstverständlich war, ins Wanken gerät bzw. keine Gültigkeit mehr hat, sind wir alle mehr denn je gefordert, insbesondere die Politik, die Menschen zusammenzuführen und gemeinsam für Werte einzutreten, wie es mein Mann getan hat.
von Irmgard Braun-Lübcke, Witwe des CDU-Regierungspräsidenten Walter Lübcke, der am 2. Juni 2019 von einem Rechtsradikalen auf der Terrasse seines Hauses erschossen wurde.
Walter Lübcke galt als aufrechter Demokrat. Er hatte sich unter anderem für die Rechte von Geflüchteten stark gemacht und klar Stellung gegenüber rechtsextremen Tendenzen bezogen. Er bekam daraufhin jahrelang Morddrohungen. Sein Mörder unterstützte aktiv die AfD.
Das Zitat stammt aus einer Stellungnahme von Irmgard Braun-Lübcke vom 27.02.2025. Sie reagierte damit auf eine Rede des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz, der am Vorabend der Bundestagswahl formulierte: „Ich frage mal die Ganzen, die da draußen herumlaufen, Antifa und gegen Rechts: Wo waren die denn, als Walter Lübcke in Kassel ermordet worden ist von einem Rechtsradikalen?“
Lieber Herr Merz, wir Antifaschist*innen waren damals zu Tausenden auf der Straße. Wir haben um Walter Lübcke getrauert, wir tun es bis heute. Wir trauern um jedes der mehr als 200 Todesopfer rechtsextremer Gewalt seit 1990. Wir leiden mit allen Opfern der mehr als 25.000 rechtsextremistischen Straf- und Gewalttaten pro Jahr (Verfassungsschutz, Stand 2023). Wir warnen eindringlich vor den mehr als 14.000 gewaltorientierten Rechtsextremist*innen hier im Land (Verfassungsschutz, Stand 2023). Wir werden unablässig an der Seite derer stehen, die sich wie Walter Lübcke gegen Faschismus und Rechtsextremismus und für den Erhalt unserer Demokratie, für Menschenrechte und für die Rechte von Geflüchteten und anderer vulnerabler Gruppen einsetzen. Das sind wir, das sind auch Sie, Herr Merz, Menschen wie Walter Lübcke schuldig.
Auswahl des Zitats: Danke an Steffie
Januar 2025
We need leaders not in love with money but in love with justice. Not in love with publicity but in love with humanity.
Martin Luther King Jr., geboren am 15. Januar 1929, ermordet am 4. April 1968, war einer der bekanntesten Bürgerrechtler der Geschichte. Mit seiner Vision von Gerechtigkeit und Menschlichkeit, seinem Einsatz für Gewaltfreiheit und seiner großen rhetorischen Kunst veränderte er die Welt. Seit 1986 wird jeder dritte Montag im Januar zum Martin Luther King Day erklärt; es ist ein nationaler Gedenk- und Feiertag in den USA.
2025 fiel dieser Feiertag ausgerechnet auf den Tag der Amtseinführung eines rassistischen Präsidenten: Donald Trump.
Kings Tochter Bernice A. King erinnert uns auf ihrer Instagram-Seite: „Wenn wir ihn zitieren, dann sollten wir uns auch für das einsetzen, wofür er gekämpft hat – Bürgerrechte, die Überwindung von Rassismus und soziale Gerechtigkeit.“
Diese Botschaft soll uns Mahnung und Auftrag sein. Angesichts des unsäglichen Bundestagswahlkampfs vieler Parteien auf dem Rücken von Geflüchteten und Migrant*innen umso mehr.
Unterstützt Organisationen wie The King Center, die sich beispielhaft für eine gerechtere Welt im Sinne von Martin Luther King Jr. einsetzen.
Dezember 2024
In these dark times, it is easy to feel hopeless and divided, but we must remember the power we hold when we come together. True change happens when we build bridges, not walls - when we listen, learn, and uplift the voices of those most affected.
November 2024
Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten.
Friedenszitat Oktober 2024
Don't turn my son's murder into an instrument for war
Friedenszitat September 2024
“I call girls and women of Afghanistan as strong as the mountains of the country. No
harshness, no cold and no heat can change their determination.”
Friedenszitat August 2024
Now is the time to turn the tide of history, to get beyond the hatreds of the past, uniting beyond differences of race and nationality to turn distrust into trust, hatred into reconciliation, and conflict into harmony.
von Matsui Kazumi, Bürgermeister der Stadt Hiroshima; Auszug aus der "Peace Declaration 2024"
Frei übersetzt aus dem Englischen: „Jetzt ist es an der Zeit, den Lauf der Geschichte umzukehren, den Hass der Vergangenheit zu überwinden und sich über die Unterschiede von Ethnie und Nationalität hinweg zu vereinen, um Misstrauen in Vertrauen, Hass in Versöhnung und Konflikte in Harmonie zu verwandeln.“
Am 6. August 1945 werfen US-Streitkräfte eine Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima ab. Zehntausende Menschen sind augenblicklich tot. Weitere sterben im Laufe der nächsten vier Monate entweder durch direkte Verletzungen oder an den Folgen der radioaktiven Strahlung. Bis Ende des Jahres 1945 zählte die Stadt Hiroshima 140.000 Opfer. Und auch noch Jahre und Jahrzehnte später leiden die Überlebenden, Hibakusha genannt, unter Spätfolgen wie Krebs oder anderen chronischen Krankheiten.
Jedes Jahr am 6. August hält die Stadt Hiroshima eine Friedensgedenkfeier ab, um für die friedliche Beisetzung der Opfer, die Abschaffung der Atomwaffen und einen dauerhaften Weltfrieden zu beten. Während dieser Zeremonie gibt der Bürgermeister eine Friedenserklärung ab, die sich an die ganze Welt richtet und zur Abschaffung der Atomwaffen aufruft, um eine Welt mit echtem und dauerhaftem Weltfrieden zu schaffen, in der keine Bevölkerung jemals wieder die grausamen Zerstörungen von Hiroshima und Nagasaki erleben wird.
Das Zitat stammt aus eben dieser Friedenserklärung vom 06.08.2024 und wurde vom derzeitigen Bürgermeister Hiroshimas Matsui Kazumi veröffentlicht. Die vollständige "Peace Declaration 2024" könnt Ihr hier lesen.
Friedenszitat Juli 2024
There is another path, a path of security and peace for all, where women lead together with dignity, attentiveness, empathy a process of reconciliation.
von Meera Eilabouni, palästinensische Musikerin und Friedensaktivistin
Frei übersetzt aus dem Englischen: „Es gibt einen anderen Weg, einen Weg der Sicherheit und des Friedens für alle, auf dem Frauen gemeinsam, mit Würde, Achtsamkeit und Einfühlungsvermögen einen Prozess der Versöhnung anführen.“
Meera Eilabouni wuchs in Israel auf und engagiert sich bei den Women of the Sun. Women of the Sun setzt sich für soziales und politisches Empowerment von palästinensischen Frauen in Gaza, der West Bank, Jerusalem und in der Diaspora sowie für Frieden im israelisch-palästinensischen Konflikt ein. Gemeinsam mit ihrer israelischen Schwesternorganisation Women Wage Peace organisierten sie Anfang Oktober 2023, nur wenige Tage vor dem Angriff der Hamas, einen Frauenmarsch für Frieden.
Die Organisationen Women of the Sun und Women Wage Peace haben im Mai den Günter-Wallraff-Preis verliehen bekommen (Laudatio von Günter Wallraff). Dieser zeichnet seit 2015 Personen und Institutionen aus, die sich für die Umsetzung der universellen Menschenrechte und Pressefreiheit einsetzen. Außerdem sind die beiden Organisationen für den Friedensnobelpreis 2024 nominiert.
Das Zitat stammt aus der Rede von Meera Eilabouni am 20.12.2023 in der Philharmonie Berlin, beim Benefizkonzert der Berliner Philharmoniker "Gemeinsam für Menschlichkeit".
Juni 2024
Women’s solidarity is a politics of anti-facism. Because we choose to care about the Other, the different than me.
Lepa Mlađenović, serbische feministische Aktivistin.
Frei übersetzt aus dem Englischen: „Frauensolidarität ist eine Politik des Antifaschismus. Weil wir uns dafür entscheiden, dass es uns wichtig ist, wie es der oder dem Anderen geht, auch wenn er oder sie anders ist als ich.“
Das Zitat stammt aus dem Text „Politics of Women’s Solidarity“, veröffentlicht im Februar 2013, von der serbischen Feministin Lepa Mlađenović. Mlađenović ist Antikriegs-Aktivistin und setzt sich in ihrer Arbeit für Menschenrechte, für die Selbstbestimmung von queeren Personen und gegen Gewalt und Militarismus ein. Sie war eine der ersten lesbischen Personen in Serbien, die sich offen zu ihrer Sexualität bekannten.
Lepa Mlađenovićs Engagement für Veränderung und Gerechtigkeit ist beeindruckend. In Selbsthilfegruppen und Workshops leistet Mlađenović Aufklärungsarbeit über Themen wie Abtreibung und sexuelle Selbstbestimmung und unterstützt Menschen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Außerdem ist sie Mitgründerin mehrerer Gruppen und Organisationen, darunter die Frauen in Schwarz Belgrad, einer feministischen Friedensorganisation.
Für ihre Arbeit erhielt sie bereits internationale Preise, unter anderem den Anne-Klein-Frauenpreis der Heinrich-Böll-Stiftung im Jahr 2013.
Ausgewählt haben wir das Zitat anlässlich des „Pride Month“. Dieser wird jedes Jahr im Juni in Erinnerung an den Stonewall-Aufstand gegen Polizeigewalt in New York 1969 und als Zeichen für Vielfalt, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung von LGBTQIA+-Personen gefeiert.